Innenwand mit frisch aufgetragenem HydroFix-Sanierputz im Sockelbereich

Wie wird HydroFix angewendet? Schritt-für-Schritt-Anleitung

Dryvatec Technik-Team 10 Min. Lesezeit
DT
Dryvatec Technik-Team 15. März 2026 · 10 Min. Lesezeit

Was ist HydroFix?

HydroFix ist ein zementgebundener, polymervergüteter Zweikomponenten-Sanierputz für den Innenbereich. Ein Gebinde besteht aus 10 kg Pulver und 100 ml Flüssigzusatz. Der Putz unterbricht den kapillaren Wassertransport an der Wandoberfläche und hält so Feuchtigkeitsflecken, abblätternde Farbe und muffigen Geruch fern. Dank seiner mikroporösen Struktur bleibt er dampfdurchlässig – die Wand kann weiter atmen.

Wichtig zur Einordnung: HydroFix ist keine Injektionsflüssigkeit. Er wird nicht in Bohrlöcher gespritzt und nicht verdünnt, sondern wie ein Putz mit Kelle oder Spachtel auf die Wand aufgetragen. HydroFix enthält außerdem keinen Gips – das Bindemittel ist Zement. Für die Horizontalsperre im Mauerwerk ist bei Dryvatec das Injektionskonzentrat DampStop D101 zuständig; beide Produkte ergänzen sich.

HydroFix ist ein Sanierputz, keine Injektion: Er wird angemischt und in zwei dünnen Lagen auf die Wand aufgetragen. Gegen aufsteigende Feuchtigkeit arbeitet er im System mit der DampStop-Injektion.

Diese Anleitung zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie HydroFix richtig verarbeiten – vom Untergrund über das Anmischen bis zum Anstrich. Hintergrundwissen zur Ursache finden Sie in unserem Beitrag Was ist aufsteigende Feuchtigkeit?.

2–2,5 mm Dicke pro Lage
4,5–5 m² 10 kg, einlagig
30 Min. Verarbeitungszeit
24–48 Std. Trocknung bei 20 °C

Wo HydroFix eingesetzt wird – und wo nicht

HydroFix haftet auf saugfähigen mineralischen Untergründen: Ziegel, Sichtbeton, mineralischer Putz, Bims und Porenbeton. Er ist für Wände und Decken vorgesehen – nicht für Böden.

Nicht geeignet sind Gips, Farbe, Fliesen bzw. Keramik, Kunststoff, Metall und Glas. Solche Schichten müssen vollständig entfernt werden, bis der mineralische Untergrund frei liegt. Die Verarbeitungstemperatur muss zwischen +5 °C und +30 °C liegen; arbeiten Sie nicht in praller Sonne und nicht bei Frostgefahr.

Benötigtes Material und Werkzeug

  • HydroFix Sanierputz – 10 kg Pulver + 100 ml Flüssigzusatz (zum Produkt, 1.500 TRY inkl. MwSt.)
  • 2 Liter sauberes Leitungswasser pro Gebinde
  • Mischeimer, z. B. ein 20-l-Kunststoffeimer
  • Rührwerk bzw. Bohrmaschine mit Rührquirl
  • Kelle und Spachtel
  • Handschuhe, Schutzbrille und Maske

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Untergrund

Der Putz kann nur so gut halten wie der Untergrund, auf dem er sitzt. Nehmen Sie sich für diesen Schritt Zeit.

  • Entfernen Sie alte Farbe und losen, mürben Putz im betroffenen Bereich.
  • Bürsten Sie schimmelige und feuchte Flächen gründlich ab.
  • Feuchten Sie stark saugende Flächen bei Bedarf leicht vor – nicht nass, nur mattfeucht.
  • Decken Sie Boden und Möbel mit Folie ab.

Schritt 2: HydroFix anmischen

Anmischen

Halten Sie die Mengen genau ein. Zu viel Wasser ist die häufigste Ursache für eine staubende oder rissige Oberfläche.

  1. Geben Sie die 100 ml Flüssigzusatz in 2 Liter sauberes Wasser und verrühren Sie beides.
  2. Streuen Sie das Pulver langsam ein, damit sich keine Klumpen bilden.
  3. Mischen Sie 3–4 Minuten mit dem Rührwerk zu einer homogenen Masse.
  4. Lassen Sie die Mischung 5 Minuten ruhen und rühren Sie danach 1 Minute nach.

Die Mischung muss innerhalb von 30 Minuten verarbeitet werden. Danach beginnt das Abbinden; nachträgliches Zugeben von Wasser macht den Putz nicht wieder brauchbar, sondern schwächt ihn.

Schritt 3: In zwei Lagen auftragen

Auftrag

HydroFix wird mit Kelle oder Spachtel aufgezogen – dünn, gleichmäßig und in zwei Lagen.

Frisch aufgetragener grauer HydroFix-Sanierputz im Sockelbereich einer Innenwand, Boden mit Folie abgedeckt
HydroFix im unteren Wandbereich: Der alte Putz wurde entfernt, der Sanierputz mit der Kelle aufgezogen.
  • Lagendicke: 2–2,5 mm pro Lage, insgesamt 3–4 mm (empfohlen: 3 mm).
  • Die zweite Lage folgt, sobald die erste angesteift ist – nach etwa 6–8 Stunden.
  • Tragen Sie die zweite Lage in Gegenrichtung auf: Wurde die erste waagerecht gezogen, ziehen Sie die zweite senkrecht.
  • Schützen Sie die Fläche danach mindestens 48 Stunden vor Stößen, Wasser und Feuchtigkeit.
Mit HydroFix-Sanierputz beschichteter Sockelstreifen einer Wand neben einer Tür
Ein durchgehender Sockelstreifen aus HydroFix – gleichmäßige Dicke ist wichtiger als eine glatte Optik.

Schritt 4: Trocknung und Anstrich

Bei 20 °C trocknet HydroFix in 24–48 Stunden; bei niedrigeren Temperaturen dauert es länger. Vermeiden Sie direkte Sonne, Zugluft und Nässe auf der frischen Fläche.

Gestrichen wird frühestens nach 3 Tagen und erst, wenn der Putz sichtbar trocken ist. Grundieren Sie die Fläche und verwenden Sie anschließend eine diffusionsoffene (atmungsaktive) Farbe. Kunststoff- und Ölfarben sind ungeeignet, weil sie die Dampfdurchlässigkeit aufheben. Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag Wie streicht man eine feuchte Wand?

Keine dichten Beschichtungen

Dispersionsfarben mit hohem Kunststoffanteil, Ölfarben oder Vinyltapeten schließen die Feuchtigkeit in der Wand ein. Bleiben Sie bei mineralischen bzw. diffusionsoffenen Systemen.

Verbrauch berechnen

HydroFix wird nach Fläche (m²) berechnet: Ein Gebinde mit 10 kg reicht für etwa 4,5–5 m² einlagig oder 2–2,5 m² zweilagig. Der tatsächliche Verbrauch hängt von Saugfähigkeit und Ebenheit des Untergrunds ab.

Beispiel: Ein Sockelstreifen von 8 m Länge und 1 m Höhe ergibt 8 m². Bei zweilagigem Auftrag benötigen Sie rund 4 Gebinde (4 × 2–2,5 m² = 8–10 m²). Planen Sie bei unebenen Wänden etwas Reserve ein.

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Bei aufsteigender Feuchtigkeit: die Reihenfolge mit DampStop

Steigt Feuchtigkeit kapillar aus dem Boden auf, reicht ein Putz allein nicht – dann wird HydroFix mit der Injektion DampStop D101 kombiniert. Laut Anwendungsanleitung auf der Produktseite gilt diese Reihenfolge:

  1. Alten, feuchten Putz entfernen.
  2. HydroFix-Sanierputz auftragen und trocknen lassen.
  3. Injektionslöcher bohren – durch den neuen Putz hindurch.
  4. DampStop injizieren.
  5. Löcher mit Putz verschließen.

Der Grund: Vor allem bei Lochziegeln würde die Injektionslösung ohne Putzschicht aus den geöffneten Ziegelkammern austreten. Die HydroFix-Schicht hält das Material in der Wand.

Bei Außenwänden wird HydroFix nach Entfernen des Estrichs am Wandfuß bis zum Anschluss an Fundamentbeton/Bodenplatte heruntergezogen (warum?); der darüber aufgetragene Gipsputz reicht dagegen nur bis auf Sockelleistenhöhe (Warum wird Gipsputz nicht bis zum Boden gezogen?).

Bohrlöcher durch den HydroFix-Sanierputz in einer Reihe über dem Boden, gelber Trichter in einem Loch für die DampStop-Injektion
Nach dem Trocknen des Putzes: Bohrlöcher in einer Reihe, DampStop wird per Trichter eingefüllt.

Für die Injektion gelten die DampStop-Werte: 14-mm-Löcher etwa 10 cm über dem Boden, alle 10 cm (höchstens 15 cm), 30–45° nach unten geneigt, Tiefe 80 % der Wanddicke; das Konzentrat wird 1:9 mit Wasser verdünnt und per Trichter in die Löcher gefüllt; bei wenig saugfähigen Wänden wie Porenbeton oder Vollbeton in mehreren Runden im Abstand von 10–20 Minuten bis zur Sättigung. Danach mindestens 48 Stunden einwirken lassen. Alle Details stehen in unserer Anleitung zur Feuchtigkeitsinjektion.

Trichter in einem Injektionsloch im unteren Bereich einer mit HydroFix verputzten Wand
DampStop-Injektion per Trichter in der bereits mit HydroFix verputzten Wand.

Häufige Fehler

1. Zu viel Wasser

Mehr als 2 Liter Wasser pro 10 kg macht die Masse zwar geschmeidiger, aber die Oberfläche staubt und reißt später. Halten Sie das Verhältnis 10 kg Pulver : 2 L Wasser : 100 ml Zusatz ein.

2. Auftrag auf Farbe, Gips oder Fliesen

Auf ungeeigneten Untergründen haftet HydroFix nicht dauerhaft. Alles bis auf den mineralischen Grund entfernen.

3. Zu dünn oder nur eine Lage

Eine einzelne dünne Lage hat Fehlstellen. Zwei Lagen mit insgesamt 3–4 mm sind der Standard.

4. Zu frühes Streichen oder dichte Farbe

Wer vor Ablauf von 3 Tagen oder mit Kunststoff-/Ölfarbe streicht, sperrt Feuchtigkeit ein. Erst trocknen lassen, dann grundieren und diffusionsoffen streichen.

5. HydroFix wie eine Injektion verwenden

HydroFix wird nicht verdünnt und nicht in Bohrlöcher gefüllt. Die Injektion übernimmt DampStop.

6. Angemischtes Material zu lange stehen lassen

Nach 30 Minuten beginnt das Abbinden. Mischen Sie nur so viel an, wie Sie in dieser Zeit verarbeiten können.

Häufig gestellte Fragen

Ist HydroFix eine Injektionsflüssigkeit?

Nein. HydroFix ist ein zementgebundener Zweikomponenten-Sanierputz, der mit Kelle oder Spachtel aufgetragen wird. Für die Injektion gegen aufsteigende Feuchtigkeit ist DampStop D101 vorgesehen.

Enthält HydroFix Gips?

Nein. Das Bindemittel ist Zement. Gips ist auch als Untergrund ungeeignet.

Wie viel Fläche schafft ein 10-kg-Gebinde?

Etwa 4,5–5 m² bei einlagigem und etwa 2–2,5 m² bei zweilagigem Auftrag.

Wann kann ich streichen?

Frühestens nach 3 Tagen, wenn der Putz sichtbar trocken ist – mit Grundierung und diffusionsoffener Farbe.

In welcher Reihenfolge kombiniere ich HydroFix und DampStop?

Alten Putz entfernen, HydroFix auftragen, Löcher bohren, DampStop injizieren, Löcher verschließen.

Kann ich HydroFix auf dem Boden verwenden?

Nein, HydroFix ist für Wände und Decken bestimmt, nicht für Böden.

Für aufsteigende Feuchtigkeit ist keine Besichtigung vor Ort nötig. Über unsere Online-Analyse oder telefonisch unter +90 850 532 6 999 helfen wir Ihnen bei der Produktauswahl. Geliefert wird nur innerhalb der Türkei. HydroFix kostet 1.500₺ pro 10-kg-Gebinde (inkl. MwSt.); aktuelle Preise finden Sie in unserem Shop. Mehr zu den Kosten lesen Sie im Leitfaden zu den Kosten der Feuchtigkeitssanierung.

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